Vereinsgeschichte

Der Verein Donauschiffer besteht seit 1981 und beschäftigt sich mit Kultur und Schifffahrt im Donauraum. Die frühere Bezeichnung lautete: KUKIDON - Verein für Kultur und Kommunikation im Donauraum. Ziel war und ist die Erkundung der Donau, die Auseinandersetzung mit dem Strom in all seinen Facetten (Schifffahrt, Länder, Kulturen, Landschaft am Strom, Flora und Fauna und der Geschichte) und ein Kulturaustausch mit den Donauländern im damals noch schwer zugänglichen unteren Donauraum. Neben dem geschichtlichen Interesse ist die Auseinandersetzung immer auch auf die Gegenwart und die Zukunft des Donauraumes und seiner Schifffahrt gerichtet. Mehrere gemeinsame und individuelle Fahrten der Mitglieder führten die Donau bis zur Mündung hinunter. Dabei konnten viele Eindrücke gesammelt werden. Und alle machten dabei die gemeinsame Erfahrung, dass die Donau einen nicht mehr loslässt. Obwohl die Donau eine harte Grenze und Trennungslinie zwischen Ländern und Kulturen darstellt, war sie gleichzeitig auch immer eine über alle Grenzen hinweg völkerverbindende Kraft. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie gewinnt die Donau im Moment wieder enorme Bedeutung als der völkerverbindende Strom Europas. Der letzte noch nicht lange vergangene Krieg an der Donau zeigt jedoch, wie viel Arbeit im Sinne der kulturellen Verständigung hier noch vor uns liegt.

Der Verein hat über viele Jahre von der damaligen DDSG ehemalige Agentien gepachtet. Diese dienten als Vereinssitz und Bootshäuser bis zum Ende der früheren DDSG, wo diese leider rückgestellt werden mussten. Mit der Berufsschifffahrt gab es immer gute Kontakte und gemeinsame Fahrten, bei denen auch verschiedene Recherchen zur Geschichte der Schifffahrt und zu ihren heutigen und künftigen Herausforderungen möglich waren. 

Die Gründung und Pflege eines Donauarchives ist fixer Bestandteil von Anfang an. Der Verein ist seit langer Zeit auch eine kleine, aber feine Informationsdrehscheibe für Donaureisende. Kartenmaterial, Handbücher und Kontaktadressen wurden an Interessierte in ganz Europa, aber auch in die USA und nach Australien versendet. 

Eine schon länger existierende Idee war historische Donauschiffe nachzubauen. Diese Schiffe sollten neben ihrer musealen Funktion fahrtüchtig sein und als Kontrast und Ergänzung zu den bestehenden Schifffahrtsmuseen einen Eindruck der frühen Schifffahrt in realer Größe und in ihrem Element erfahrbar machen.

Die Projektentwicklung war die bisher größte Herausforderung des Vereines. Mit EU- und Landesmitteln, Sponsoren, einer Bankfinanzierung sowie enormem persönlichen und finanziellen Einsatz der Vereinsmitglieder konnte das ehrgeizige Projekt 2003 in Angriff genommen werden. Ziel war es, ein typisches Donaufrachtschiff aus der Zeit der Treidelschifffahrt nachzubauen, um einen Eindruck in die Schifffahrt früherer Zeiten zu ermöglichen. Diese frühe Schifffahrt wurde in Österreich hauptsächlich am Inn, der Donau sowie auf der Traun und der Enns über viele Jahrhunderte durchgeführt und hat die Entwicklung des Kultur- und Wirtschaftslebens an der Donau und darüber hinaus maßgeblich geprägt. Die Siebnerin, so der Name des nachgebauten Schiffstyps, war auf Grund seiner Kompaktheit und Fahrtüchtigkeit eines der erfolgreichsten und formschönsten Schiffe. Dieser Schiffstyp war auch maßgebliches Vorbild bei der weiteren Entwicklung der modernen Frachtschifffahrt auf der Donau. Mit Schiffen dieser Art wurden früher hauptsächlich Salz, Holz, Stein, Felle, Getreide, Wein und Metallwaren transportiert. Als bisher einziger und größter Nachbau eines historischen Binnenfrachtschiffes dieser Art in Europa ist sie eine eindrucksvolle Repräsentantin der Schifffahrtsgeschichte. 

Ein von einer deutschen Werft verursachter Baumangel, der von der haftenden Seite leider nicht behoben werden konnte, hat einen dreijährigen Ausfall des Schiffes verursacht. Die damit verbundene aufwändige Sanierung hat den Verein an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Nach Sanierung des Schadens in Zusammenarbeit mit der Schiffswerft in Linz und enormen Eigenleistungen soll der Schiffsbetrieb 2013 wieder aufgenommen wurden. Dafür wurde ein neues Standort- und Marketingkonzept entwickelt, das die Einsatzmöglichkeiten erweitert und auch im Hinblick auf potentielle Kooperationspartner aus den Bereichen Kultur, Touristik und Bildung interessante Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnet. Um den gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen und einen wirtschaftlichen Betrieb des aufwändigen Projekts sicherzustellen, arbeitet der Verein derzeit an der Optimierung der Ressourcen. Dazu gehören eine Lände in optimaler Lage und die Einbindung strategischer Geschäftspartner.

Neben der Möglichkeit der Mitwirkung im Schiffsbetrieb sind für die Zukunft weitere interessante Projekte vor Ort und in den Donauländern geplant. InteressentInnen an einer Mitarbeit sind herzlich willkommen.

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